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Mensch werden

„Wir warten auf’s Christkind“ – über viele Jahre eine beliebte Kindersendung zu Heiligabend.
Wie oft warten wir? Und worauf?

Im Tiefsten warten wir auf uns selbst.
Jede Sehnsucht zielt wesentlich darauf hin, uns selbst zu finden, eins zu werden mit dem Eigentlichen in uns. Jeglicher Konsum – materieller und auch spiritueller Art und oft angenehm – führt letztlich wieder ins Leere.
Nichts anderes als gelingende Selbst-Findung kann uns nachhaltige Befriedigung und Befriedung bringen, die wirklich trägt.
In ihren Tiefendimensionen singen alle Religionen und spirituellen Strömungen dasselbe Lied – nur immer mit anderen Worten. Leider wird dieses lebensverheißende Lied aus der Tiefe von den meisten Religionen übertönt von einer schrecklichen Kakophonie aus oberflächlichen Glaubenssätzen, Lehren, Ritualen, Geboten und Verboten oder gar Drohungen. Dass vielen dadurch der Weg zu einem elementaren Erleben ihres eigenen Innersten versperrt wird, erlebe ich als wirklich tragisch.

Den Kern der Weihnacht zu sehen als Keim zu neuem Leben in uns selbst
– jenseits des Kommerzes,
– jenseits aller stimmungsvollen Sentimentalität,
– jenseits der Hetze,
– jenseits der Verpflichtungen,
und vor allem
– jenseits tradierter, veräußerlichter, verkrusteter und meist abgelehnter religiöser Vorstellungen,
das ist nicht leicht.
Zuviele Meinungen, Prinzipien, Emotionen und auch Ablehnung und Ängste stehen als Wände vor dem Zugang zum eigentlichen Weihnachtsgeschehen, das wir selbst sind.

Es geht um Menschwerdung.
Unsere eigene Menschwerdung!
Ein großes Geheimnis – das offen liegt.

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