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27. Januar: Holocaust-Gedenktag 2017

Jedes Jahr am 27. Januar wird der der Holocaust-Gedenktag begangen – national und international. Er ist heute wichtiger denn je!
Es ist mir in jedem einzelnen Jahr immer wieder neu und dringend ein Anliegen, darauf hinzuweisen.

Das Klima in Deutschland und vielen Ländern Europas hat sich in der letzten Zeit in einem so atemberaubenden Tempo verändert, dass ich nur fassungslos davorstehe und kaum glauben kann, was doch so offensichtlich ist.
Wehret den Anfängen – oder sind wir schon wieder darüber hinaus?

  • Da gibt es einen Politiker der rechten AfD, die unerträglich großen Zulauf hat und bei all unseren demokratischen Wahlen antritt, Björn Höcke, der Deutschlands Umgang mit der NS-Vergangenheit „dämliche Bewältigungspolitik“ nennt und das Holocaust-Mahnmal in Berlin „Denkmal der Schande“.
  • Da gibt es Menschen, oft selbst Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg, die nun „Ausländer raus“ schreien und nach der Pegida-Demonstration zufrieden in ihren Mercedes steigen.
  • Da planen sog. Reichsbürger Überfälle auf Juden, Polizisten und Flüchtlinge.
  • Da rotten sich die Rechten jeglicher Gruppierungen zusammen und verbreiten Angst und Schrecken.
  • Da müssen Kommentarfunktionen in Zeitungen und Blogs geschlossen werden, weil der Hass nicht mehr zu ertragen ist.
  • Da werden Politiker, Pfarrer und Priester bedroht und misshandelt, weil sie sich für Flüchtlinge einsetzen.

Realität im Deutschland von 2017!

Dass sich in so kurzer Zeit ein solcher Hass manifestieren konnte, das ist nicht zu fassen, und es ist unerträglich!
Es gibt wieder einen Mob. Es gibt ihn wieder, den Mob in Deutschland, der nicht diskursfähig ist, sondern seine Hassparolen ungehemmt in die Welt postet.

Wie dem etwas entgegensetzen? Ich weiß es nicht. Gegen enthemmte Brutalität, pure Dreistigkeit und ungenierte Lügen anzukommen, ist fast unmöglich.
Unsere Demokratie ist nicht wirklich wehrhaft. Kann Demokratie das überhaupt sein?
Wir sehen es in Polen, in der Türkei und anderen Ländern: Es gibt Mächte, die mittels demokratischer Mittel an die Macht kommen, nur, um genau diese Demokratie dann abzuschaffen. Planmäßig effizient, ohne Rücksicht.
Aktuell: Da reanimieren Neonazis die verbotene Terrorgruppe „Combat 18“ – und die Bundesanwaltschaft sieht keinen Anlass für ein Ermittlungsverfahren.

Ich habe keinen Zweifel: Geschichte kann sich wiederholen – vordergründig anders, im Inneren voll des altbekannten Hasses.

Unten nun sind Bilder aus dem KZ Majdanek bei Lublin im Osten Polens zu sehen. In Lublin befand sich 1930 die damals größte Talmud-Schule der Welt – und dann das zweitgrößte KZ nach Auschwitz, das zweitgrößte Vernichtungslager im dritten Reich.
Was mich bei meinem Besuch in Majdanek zusätzlich zu allem anderen so bestürzt hat, ist die Tatsache, dass das KZ nicht verborgen irgendwo mitten im Wald liegt wie z. B. Buchenwald, sondern direkt am Stadtrand von Lublin und in voller Sichtweite zur sogenannten Zivilisation. Die Rauchschwaden der Verbrennungsöfen müssen in der Stadt deutlich sichtbar und zu riechen gewesen sein. Den deutschen Machthabern war das alles wahrscheinlich völlig egal.

Heute also Gedenken. Aber das reicht nicht.
Welches Lied mag der schwarze Vogel des Titelbildes wohl singen?

 

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Es war heiß bei meinem Besuch in Majdanek. In den Baracken konnte man es mit zwei Personen schon kaum aushalten: Man bekam schlicht keine Luft. Man stelle sich unter diesen Bedingungen Hunderte von veränstigten Menschen auf ihren Pritschen vor, die auf ihren Tod warteten …

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Unten: die Verbrennungsöfen, dahinter – deutlich sichtbar – die Stadt

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