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Wunde Garzweiler

Im letzten Beitrag gibt es erste Bilder vom Braunkohletagebau Garzweiler zu sehen.
Einem Autobahnstau ausweichend, sind wir neugierig dem Hinweisschild zu einem Aussichtspunkt auf den Tagebau gefolgt.
Felder über Felder mit Kohl und Futterpflanzen säumen die Straße – und dann bricht das eher langweilige Landwirtschaftsszenario einfach ab: Drastisch und von einem Zentimeter auf den anderen beginnt eine neue Welt.
Das Ganze ist von einer unaufgeregten Schlichtheit und Selbstverständlichkeit und dennoch hochdramatisch.
Eine ungeheuer große Wunde hat sich in die Landschaft hineingefressen – hat die Landschaft gefressen – und alles Frühere vernichtet.

Ich bin mit dem Braunkohletagebau und mit den seit Jahrzehnten hochemotional geführten Diskussionen um die Vernichtung ganzer Dörfer und Ortschaften mit Kirchen, Kneipen, Feuerwehrhaus, Schützenhalle, Einzelhandel und allem sonstigen Drum und Dran aufgewachsen. Ebenso auch mit der Renaturierung der Landschaft, nachdem ein Teilbereich von der Kohle her endlich irgendwann ausgeschlachtet und ausgeweidet war. Dort gibt es wieder Landwirtschaft und sogar Seen mit Freizeitwert.
Der Tagebau wandert; er tut es noch – und die Diskussion dauert an: Das Stichwort heißt „Garzweiler 2“.
Umweltschützer, Energieunternehmen, traurige Nachbarn, geldgierige Nachbarn, Politik, Bauunternehmen, Spekulanten, sich wehrende Bürgerschaften, entzweite Familien:
Der Braunkohletagebau spaltet Menschen und Meinungen – genau so, wie er auch die Landschaft zerschneidet.

 

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