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Sommerparadies Schrebergarten

Sich über Schrebergärten und ihre Besitzer lustig zu machen, war lange Zeit eine beliebte Angelegenheit – Spießbürgertum und Gartenzerge boten gerne Anlass zu Spott und Hohn.
Ich habe den Eindruck, dass sich die Einstellung zu den Kleingärten in den letzten Jahren verändert hat.
Die Mischung aus der Möglichkeit zu ein bisschen Selbstversorgung, körperlicher Betätigung, Freizeitspaß und Gelegenheit zur Entschleunigung haben die Schrebergärten wieder beliebt gemacht. Es gibt mittlerweile z.T. recht lange Wartelisten in entsprechenden Anlagen – vor allem von Familien mit Kindern.
Auch in meinem Umfeld hat ein Umdenken stattgefunden. Mehrere Bekannte bewirtschaften und genießen mittlerweile ihr kleines Glück im Grünen – und eine Freundin im Hessischen hat sich gar in den Vorstand eines Kleingartenvereins wählen lassen. Dort schlägt sich sich jetzt mit unwilligen Pächtern herum, die ihren gärtnerischen Pflichten nicht nachkommen und ihr Idyll verkommen lassen – oder auch mit Besitzern mit Migrationshintergrund, die – kulturell anders geprägt – durchaus auch einmal Anstoß an ihrer Meinung nach zu freizügigem Sonnenbaden der Frauen haben.

Schrebergärten sind vor allem im Sommer kleine Paradiese. Allerdings muss man immer wieder auch eine Menge Arbeit darin investieren. Dann aber unter dem Sonnenschirm im Grünen – vielleicht sogar an einem Mini-Teich – auf der Hollywood-Schaukel zu relaxen, zu lesen, zu träumen, an der kleinen Hütte lange zu frühstücken oder Kuchen zu essen, das hat schon was.
Viele der Kleingartenhütten – vor allem auch im Ruhrgebiet – haben zudem einen unglaublichen, umwerfenden Retrocharme. Da wird häufig mit den bekannten Klischees und Vorurteilen gegenüber Schrebergärtlern gespielt – manchmal werden sie auch auf die Spitze getrieben. Oft steht man mit einer Mischung aus Begeisterung und Ungläubigkeit in den kleinen Räumen mit ihrer improvisierten Ausstattung – oft ein Mix aus Omas Küche und Uromas Wohnzimmer. Kuckucksuhr und röhrender Hirsch gerne inklusive.
Hier ist die Welt ein guter Ort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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